Zulassungskriterien der ÖKO FAIR – Die Tiroler Nachhaltigkeitsmesse

Die ÖKO FAIR versteht sich als „Change Agent“ in der Entwicklung hin zu einer bewussteren Gesellschaft, der Nachhaltigkeit ein Begriff ist und die sich durch ein nachhaltiges Konsumverhalten sowie ein entsprechendes Angebot an Produkten und Dienstleistungen auszeichnet.

Folgende Definition von nachhaltigen Produkten sehen wir als gültig an

Nachhaltige Produkte werden umweltschonend hergestellt
(niedriger Ressourcenverbrauch, keine umweltschädlichen Inhaltsstoffe im Produkt / in der Herstellung sowie in der Nutzung, geringe Emissionen im Produktionsprozess, hoher Grad der Wiederverwertbarkeit bzw. Wiederverwendbarkeit des Produktes oder von Teilen des Produktes, geringe Wartungs- und Entsorgungskosten etc.)
Soziale Standards werden eingehalten
(Ausschluss von Kinderarbeit, Einhaltung internationaler Arbeitsrechts- und ArbeitnehmerInnenschutzstandards sowie der Menschenrechte, gerechte, existenzsichernde Entlohnung, Diskriminierungsfreiheit, Gleichberechtigung
etc.)
Nachhaltige Produkte sind unter den Gesichtspunkten der Sparsamkeit,
Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und des Tierwohls hergestellt und werden unter diesen Gesichtspunkten verwendet (Lebenszykluskosten/Total-Cost-of-Ownership, sparsame Nutzung von Produkten, energieeffiziente, qualitativ hochwertige und langlebige Produkte, Produkte mit niedrigen externen Kosten wie niedrigem Wasserverbrauch und CO2-Ausstoß, kurze Transportwege, saisonale und Bio-Produkte, ethischer Umgang mit Tieren)
Regionalität und Innovation werden bei der Vermarktung von nachhaltigen Produkten berücksichtigt
(Aufwertung heimischer Produkte, Förderung von Klein- und Mittelbetrieben sowie neuer, innovativer Ideen und Lösungen, Stärkung der heimischen Wirtschaft etc.)

AusstellerInnen der ÖKO FAIR sehen sich einer Firmenphilosophie verpflichtet, die sich in den wesentlichen Grundzügen mit dieser Definition von Nachhaltigkeit deckt. Produkte und Dienstleistungen werden unter den oben genannten Voraussetzungen hergestellt, beschafft, verarbeitet und vermarktet. Die ÖKO FAIR spricht Unternehmen an, die die oben genannten Ansätze möglichst integrativ erfüllen.

Unternehmen können ihre nachhaltige Ausrichtung belegen durch:
– Firmenunabhängige Produktsiegel (Gütesiegel)
– Multi-Stakeholder-Initiativen, denen das Unternehmen als Gesamtes beigetreten ist
– Entsprechende Unterlagen, die von der ÖKO FAIR geprüft werden

Die ÖKO FAIR versteht sich als „Sprungbrett“ für kleinere Firmen, die eine eindeutig nachhaltige Ausrichtung verfolgen, diese aber nicht durch entsprechende Gütesiegel oder Kooperationen bezeugen können. Die ÖKO FAIR entscheidet nach Einsicht entsprechender Unterlagen über die Zulassung des Unternehmens zur Messe.
Die ÖKO FAIR behält es sich vor, weitere Unterlagen für eine Beurteilung der nachhaltigen Firmenausrichtung einzufordern. Um den Aspekt der Regionalität zu berücksichtigen, werden Produkt und Firmenstandort in Relation gesetzt, um über eine wirtschaftlich sinnvolle Zulassung eines Unternehmens entscheiden zu können. Die ÖKO FAIR entscheidet über die endgültige Zulassung eines Ausstellers/einer Ausstellerin.

Von der ÖKO FAIR anerkannte Gütesiegel und Mitgliedschaften

Ernährung
Die ÖKO FAIR stellt eine Plattform für nachhaltige Lebensmittelproduzenten, Lebensmittelverarbeiter, Händler sowie für nachhaltige Gastronomie dar.
Gütesiegel:
EU-Bio Siegel (minimale Anforderung, nationale Siegel und ggf. höhere Standards wie Demeter, Bio Austria, Bioland etc. bauen darauf auf)
FAIRTRADE Siegel – Gütesiegel für fairen Handel

Tourismus
CSR zertifizierter Betrieb (hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten)
Das Österreichische Umweltzeichen – staatlich vergebenes Gütesiegel für ökologische Wirtschaft
Europäisches Umweltzeichen (Euroblume) – für gesundheits- und umweltverträgliche Produkte
Klimabündnis Partner-Betrieb
Blaue Flagge – ein Ökolabel der Tourismusbranche
Green Globe – Green Globe ist ein internationales Gütesiegel, das weltweit Tourismusunternehmen für die Einhaltung von ökologischen und soziokulturellen Standards auszeichnet.
TourCert – Mit dem TourCert-Siegel werden Reiseveranstalter und Reisebüros ausgezeichnet, die Nachhaltigkeitsaspekte in ihren Managementstrukturen und Zulieferketten nachweisbar verankert haben und diese laufend verbessern.
Mindestkriterien für Reiseanbieter:
– Bewerbung von Angeboten, welche als umweltschonend und sozial gerecht einzustufen sind. Hierzu zählen z. B. „Wanderreisen“, Nutzung von Bio-Hotels, Reiseangebote mit Fokus auf öffentlichen Verkehrsmitteln als Transportmittel, faire Reisen
– Siegel, die nach ökologischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Verträglichkeitskriterien prüfen – Bio- oder Umweltzeichen zertifizierter Regionen oder Hotels
– Verzicht auf die Bewerbung von Flugreisen

Bekleidung und Textilien
Einhaltung des Verhaltenskodex der Clean Clothes Campaign (Auszug): keine Zwangsarbeit, keine Diskriminierung, keine ausbeuterische Kinderarbeit, keine exzessiven Arbeitszeiten, Vereinigungsfreiheit und das Recht Gewerkschaften zu gründen und Kollektivverträge zu verhandeln etc.
http://www.cleanclothes.at/de/ueber-uns/forderungen/

Gütesiegel und Mitgliedschaften:
FAIRTRADE Siegel – Gütesiegel für fairen Handel
Global Organic Textile Standards (GOTS) – Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern
Internationaler Verband der Naturtextilien-Hersteller (IVN)
Das Österreichische Umweltzeichen – staatlich vergebenes Gütesiegel für ökologische Wirtschaft
Mitgliedschaft in der Multi-Stakeholder-Initiative FairWear-Foundation (FWF)
Zertifizierung der Zuliefer-Betriebe durch SA8000 oder SEDEX/SMETA

Lifestyle
EU-Bio Siegel (minimale Anforderung, nationale Siegel und ggf. höhere Standards wie Demeter, Bio Austria, Bioland etc. bauen darauf auf)
Blauer Engel – für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen
FAIRTRADE Siegel – das Zeichen für fairen Handel
Das Österreichische Umweltzeichen – staatlich vergebenes Gütesiegel für ökologische Wirtschaft
Europäisches Umweltzeichen (Euroblume) – für gesundheits- und umweltverträgliche Produkte

Ethische Geldanlagen
Das Österreichische Umweltzeichen – staatlich vergebenes Gütesiegel für ökologische Wirtschaft
Weitere Gütesiegel oder Mitgliedschaften werden nach Anmeldung von der ÖKO FAIR geprüft.

Aussschlusskriterien der ÖKO FAIR

Menschen- und Arbeitsrechte
– Ausbeuterische Kinderarbeit entsprechend der Definition von ILO oder UNICEF
– Massive Verletzung eines der vier Prinizipien der ILO Declaration on Fundamental Principles and Rights at Work nämlich: Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Diskriminierung

Atomkraft
– Keine Unternehmen, die am Bau von und an Geschäften mit Atomkraft beteiligt sind

Glücksspiel
– keine Unternehmen aus dem Glücksspielbereich

Waffen
– keine Unternehmen, die Waffen und Militärgüter produzieren

(Stand November 2017)